Mit Dana Grigorcea, Schriftstellerin, Zürich.
Die rumänische Diktatur hat mich geprägt, obwohl ich erst zehn war, als Nicolae Ceausescu stürzte. Angst und Kontrolle hatten die Menschen bis zu jenem Dezember 1989 aus dem nicht existenten öffentlichen Raum verdrängt, so auch meine Familie. Die Oligarchie, die auf den Zusammenbruch des sozialistischen Systems folgte, ist Ausdruck der Hilflosigkeit der sich langsam formierenden Zivilgesellschaft, den öffentlichen Raum für sich zurückzugewinnen. Was hat das mit der Schweiz, mit der restlichen Welt zu tun? Ich warne vor dem Versuch, die Literatur, etwa mittels Fördergeldern, Verordnungen und amtlichen Schulungen, zu lenken und dabei zu verzwecken. Der unmittelbare «gesellschaftliche» Nutzen darf nicht – wie im Kommunismus – zum Bewertungskriterium für Kunst werden. Mein Schreiben ist immer Landnahme. Es zielt aufs Unbefestigte.
Informazioni sull'evento
Tutte le informazioni attuali e aggiuntive sull'evento possono essere trovate sul sito web dell'organizzatore. I cambiamenti improvvisi saranno visualizzati solo sul sito web dell'organizzatore.
- Tempo Lunedi 7. Dicembre 2026, 18:15 Uhr
- Ort Hauptpost – Raum für Literatur, Sankt Leonhard-Strasse 40, 9000 St. Gallen
- WWW www.unisg.ch
- Link
- Accessibilità
- accessible Rollstuhl (completo)
- Quelle:saiten.ch
