Die lesbische Liebesgeschichte, die Adèle Exarchopoulos berühmt machte – und deren Regisseur von Léa Seydoux für seine Arbeitsweise kritisiert wurde.
Die lesbische Liebesgeschichte, die Adèle Exarchopoulos berühmt gemacht hat, und gleichzeitig der Film, dessen Regisseur für seine grenzwertige Arbeitsweise von Léa Seydoux, der zweiten Hauptdarstellerin, kritisiert wurde. Und schliesslich ist da noch die Goldene Palme, die alle drei zusammen gewonnen haben.
Die Gymnasiastin Adèle (Adèle Exarchopoulos) hat gerade ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit einem Schulkollegen gemacht, als ihr Leben eine unerwartete Wendung nimmt, nachdem sie Emma (Léa Seydoux), eine etwas ältere Kunststudentin mit blauen Haaren, erstmals auf der Strasse gekreuzt hat. Mit Emma entdeckt Adèle Liebe und leidenschaftliche Sexualität. Sie ziehen zusammen, und bald nimmt Adèle als Muse in Emmas Bildern eine zentrale Rolle ein. So heftig die Liebe im Leben der beiden Einzug gehalten hat, so plötzlich zieht sie sich auch wieder zurück. Die prägende Kraft der sozialen Herkunft und unterschiedliche Ansprüche ans Leben treiben die beiden auseinander. Verzweifelt sucht Adèle nach ihrem eigenen Weg.
LA VIE D’ADÈLE – CHAPITRES 1 ET 2 basiert auf einem Teil des Comicromans «Le bleu est une couleur chaude» von Julie Maroh. Der Film gibt den Ereignissen die Zeit, sich langsam zu entfalten. Genauso lange verweilt die Kamera auf Szenen im Schulzimmer, am Familientisch oder im Freundeskreis, wie sie die expliziten Sexszenen ausführlich filmt. Dabei beeindruckt das Schauspiel von Adèle Exarchopoulos durch ihre Unmittelbarkeit und die höchst glaubwürdige Verkörperung der jungen Frau.
Der Film steckt in einem Spannungsfeld von Widersprüchlichkeiten: eine Goldene Palme bei gleichzeitigem öffentlich ausgetragenem Konflikt zwischen Léa Seydoux und Abdellatif Kechiche, nachdem sie die schrecklichen Drehbedingungen auf dem Filmset angeklagt hatte, dem sich Exarchopoulos nur zögerlich anschloss. All dies schwingt bei diesem Film mit, dessen Male Gaze offensichtlich ist, der gleichzeitig aber die leidenschaftliche Liebesgeschichte beeindruckend nah an einer Gruppe von Menschen erzählt und mit dem grandiosen Spiel der Schauspielerinnen einen unwiderstehlichen Sog entwickelt. Im besten Fall hat dieser Film mit seiner umstrittenen und unglaubwürdigen Sexszene dazu beigetragen, eine breitere Sensibilität für den Female Gaze zu stärken und queere Regisseurinnen wie Céline Sciamma und ihre viel subtilere Darstellung von lesbischer Erotik erst recht zu schätzen.
Informazioni sull'evento
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- Tempo Mercoledì 9. Settembre 2026, 17:45 - 00:00 Uhr
- Ort Kino Xenix, Kanzleistrasse 52, 8004 Zürich
- WWW xenix.ch
- Link
- Accessibilità
- accessible Rollstuhl (completo)
- Quelle:kulturzueri.ch





