Der neue Text «Kurt Marti, Maria Magdalena & Co.» von Ueli Greminger - er war letztes Jahr schon bei uns, mit "ballundjud" - geht weit zurück in der Zeit und trifft doch den Nerv des Jetzt. Dem vermeintlichen Triumph des Diesseitigen steht eine wachsende Sehnsucht nach dem Unendlichen und dem Unsichtbaren gegenüber.
Der Zürcher Pfarrer erkundet und verknüpft Themen von einer unmittelbaren Brisanz: ist es das Gefangensein des heutigen Menschen in seiner Zeit, in der nur das Gegenwärtige und Diesseitige zählt, und – wie Hannah Arendt schrieb – der Tod seine Schreckensherrschaft genau dann beginnt, wenn das Überleben das höchste Gut geworden ist.
Den apokalyptischen Fantasien unserer Epoche begegnen immer mehr Menschen wieder mit dem Wunsch, über das rein Irdische hinauszublicken. Man mag es, wie die Religion, Glaube und Spiritualität nennen, oder, wie die Psychoanalyse, das kollektive Unbewusste. Wissenschaft und Technik haben uns unsichtbare Welten erschlossen, die aber nur einen Teil der Antworten auf die grossen Fragen liefern und neue aufwerfen.
Ueli Greminger hat in seinem Stück dieses Bedürfnis und Dilemma in Worte gefasst.
Die Cie. alpenseensehnen sucht mit ihren Aufführungen nach Texten, die Musikalität zulassen. Gefunden haben sie nicht nur einen Dialog zwischen einer Frau und einem Mann sowie eine spannende dramatische Konstellation, sondern auch Lieder und Gedichte. Zum Beispiel von Kurt Marti, Pfarrer und Dichter. Aber auch von Mani Matter, und mehr.
Text: Ueli Greminger. Regie: Stephan Roppel. Spiel: Vivianne Moesli und Michael Wolf.
Unterstützt durch Else von Sick Stiftung, Reformierte Kirche Kanton Zürich.
Informations sur l'événement
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