Daniel Mezger liest aus seinem aktuellen Roman und erzählt über die Musik im Text – als Setting, Figur und Sound »Die Frage war nicht, ob, die Frage war, wann man diese Stadt verlässt. Hanover, Ontario.« Charlotte, genannt Charlie, ist das Mädchen an der Gitarre. Mit den Jungs ihrer Band hofft sie auf den Durchbruch. Zu Hause hat sich ihre Mutter schon lange einer Diagnose ergeben, eine heimtückische Erbkrankheit, die mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit auch in Charlotte schlummert. Doch das Versprechen der Jugend ist riesig, und Charlotte will ein freies Leben. Sie nimmt ihre erste Platte auf, es warten Toronto, Detroit, Berlin. Mitreissend erzählt Daniel Mezger in «Bevor ich alt werde» (Atlantis, 2025) von einer Auflehnung gegen ein perfides Schicksal, das eine junge Frau mit ihrer Mutter bereits vor Augen hat. Ihre Freiheitssuche beschert ihr immerhin eine launische Musikkarriere, und mit treibendem Groove wird die womöglich fatale Diagnose überholt, überspielt und mit lapidaren Dialogen vom Sockel der Betroffenheit geholt. Daniel Mezger, Jahrgang 1978, in der Schweiz im Kanton Glarus aufgewachsen, ist Theater- und Prosaautor. Nach einer Schauspielausbildung in Bern arbeitete er zunächst mehrere Jahre an Theatern und vor der Kamera in Deutschland. Anschliessend Studium am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel, wo er heute unterrichtet. Nebenher ist er Sänger in einer Indieband. Bevor ich alt werde ist sein dritter Roman. Sein Debüt Land spielen (2012) wurde von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen. Daniel Mezger lebt in Zürich.
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