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A Torinói ló (Das Turiner Pferd) / Hommage Béla Tarr
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Rapport
  • Film

Kino Cameo, Winterthur

A To­rinói ló (Das Tu­ri­ner Pferd) / Hom­mage Bé­la Tarr

Dimanche, 22. Mars 2026

Lange Schwarz-weiss-Einstellungen, die dem Auge Landschaften in ihrer vom Wetter geprägten Materialität vorführen: Das ist nur eines der Mittel, die Béla Tarr verwendet, um die Schwere des irdischen Daseins spürbar zu machen. Mit seinem Film schuf er eine moderne – allerdings im 19. Jahrhundert verortete – Variante des biblischen Hiob-Stoffs. Einem Bauer und seiner Tochter wird aufgrund von Schicksalsschlägen nach und nach die Existenzgrundlage entzogen. Gleich einem Lektüreschlüssel eröffnet der Film damit, den eigenen Titel auszulegen: Bei dem Turiner Pferd, so wird vermittelt, handelt es sich um jene Kreatur, die der Philosoph Friedrich Nietzsche vor der Peitsche eines wütenden Kutschers schützte. Dieser Akt geschah bevor der Philosoph, der für seinen Ausruf «Gott ist tot!» bekannt ist, zusammenbrach und der geistigen Umnachtung anheimfiel. Dass Tarrs Werk diese Anekdote voransteht, eröffnet weite Assoziationsräume, die den Film wie einen Kommentar auf die europäische Kultur- und Philosophiegeschichte erscheinen lässt.Der grosse Magier des langsamen Kinos Béla Tarr ist mit 70 Jahren verstorben. Seine ebenso einnehmenden wie philosophischen Filme arbeiten mit sorgsam choreografierten Plansequenzen. Ihm zu Ehren zeigt das Cameo zwei seiner Filme, «Die Werckmeisterschen Harmonien» und «A Torinói ló (Das Turiner Pferd)». Bei beiden handelt es sich um Verfilmungen von Romanen des Autors László Krasznahorkai, der 2025 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde.

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