In den verwüsteten Vororten Nashvilles inszeniert Harmony Korine ein einzigartiges Porträt der Gegend, das gleichermassen begeistert und irritiert.
In den verwüsteten Vororten Nashvilles inszeniert Provokateur Harmony Korine ein einzigartiges Porträt der Gegend, das gleichermassen begeistert und irritiert. Ein traumhaft dreckiger Film, der auf unsere Open-Air-Leinwand gehört.
Der fiktive Ort Xenia (!) wurde vor zwanzig Jahren von einem Tornado heimgesucht und hat sich nie davon erholt. Hier machen die beiden Jugendlichen Tummler (Nick Sutton) und Solomon (Jacob Reynolds) Jagd auf Katzen. Damit bessern sie sich ihr Taschengeld auf und können sich Klebstoff zum Schnüffeln leisten. Auf ihrem Streifzug begegnen sie den eigentümlichen Bewohner:innen der verwüsteten Stadt. Und dann gibt es noch einen namenlosen, stummen Jungen (Jacob Sewell), der mit pinken Hasenohren und einer Ziehharmonika rumläuft.
Gerade wurde Harmony Korine (SPRING BREAKERS) wegen seines Drehbuchs für KIDS (1995) als Wunderkind gefeiert, da spaltete er mit seinem Regiedebüt GUMMO die Filmkritik und provozierte das Publikum. In den Armenvierteln seiner Heimatstadt drehte Korine vornehmlich mit Laiendarsteller:innen einen Bildrausch, der sich jeglicher klassischen Dramaturgie verweigert. Dank dem Soundtrack (Madonna, Roy Orbison, Bathory) und den Bildern von Kameramann Jean-Yves Escoffier (LES AMANTS DU PONT-NEUF) changiert der Film virtuos zwischen verstörenden, faszinierenden und eigentümlich schönen Momenten. Von Regisseuren wie Werner Herzog und Gus Van Sant gefeiert, geniesst GUMMO mittlerweile Kultstatus. Wer sich nach Xenia wagt, wird mit einem in vielerlei Hinsicht singulären Filmerlebnis belohnt, dessen Bilder, Stimmungen und Figuren noch lange nachhallen.
• Bei schlechter Witterung: 19.15 + 21.30 Uhr im Kinosaal
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