Die sechs Streichtrios op. 54 gehören zu Luigi Boccherinis letzten Kompositionen und markieren den Abschluss seiner Beschäftigung mit dieser Gattung. Entstanden sind die Werke 1796 und wurden an den Pariser Verlag von Ignaz Pleyel geschickt. Gedruckt wurden jedoch nur vier der sechs Trios; die übrigen erschienen lediglich in einer Bearbeitung für zwei Violinen.
Besonders spannend ist die Geschichte einer weiteren Fassung für Streichquartett. Bereits im 19. Jahrhundert wurde berichtet, dass Boccherini die Werke selbst für vier Instrumente eingerichtet habe. Lange fehlten eindeutige Belege, doch eine später entdeckte Abschrift seines Werkverzeichnisses enthält den Vermerk „Posta in Quartetti“ und spricht dafür, dass die Quartettfassung auf den Komponisten selbst zurückgeht.
Die einzige bekannte Abschrift dieser Fassung wird heute in der Library of Congress in Washington aufbewahrt und ist bis heute weder veröffentlicht noch ediert. Unsere Aufführung bietet die seltene Gelegenheit, diese außergewöhnliche Version von Boccherinis op. 54 erstmals in moderner Zeit öffentlich zu erleben.
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