Schöne Fassaden, brüchige Wahrheiten: UND DANN, ROMY SCHNEIDER erzählt von Glanz, Gerüchten und den Stimmen einer Ikone.
Für die Grande Dame der franko-alemannischen Kinofreundschaft gleisen wir im NEUmarkt gross auf: autÖr associé Guillaume Poixʼ gewaltiger Text UND DANN ROMY SCHNEIDER wird mit gleich neun Mitgliedern des ENSEMBLö über zwei Abende hinweg von Manon Krüttli inszeniert. Und Manon kennt den Autor und Text sehr gut. Sie hat ihn 2018 bereits auf französisch im Théâtre Le Poche inszeniert und kennt Guillaume seit eh und je, wie sie sagt.
Dreiundsechzig Filme zählt Schneiders Filmographie, alle von Männern inszeniert. Guillaumes Text umfasst entsprechend viele Monologe: Zwei Redeflüsse, collagiert aus echten Zitaten von Romy, als Rahmen und dazwischen 61 fiktionalisierte Einstellungen aus der Perspektive ihrer Figuren oder Co-Stars. Und dann crasht noch ein kleinfeines, vielleicht gefälschtes, jedoch bisher unveröffentlichtes Jelinek-Stück die Party. Insofern nimmt der Text so eine hybride Natur an, irgendwo zwischen Theater, Film und Roman – die Schnittstelle, die Guillaume sowieso gern erforscht: Das Dazwischen, in dem wir all diese wahren und erfundenen Stimmen über Romy hören und in deren Widersprüchen sich vielleicht ein paar Schimmer ihrer Gestalt erhaschen lassen. «Das meiste, was über mich geschrieben wurde, sind Lügen», wie Romy selber sagte. «Sa vie, cʼest son travail … ou lʼinverse», so Guillaume.
Manon arrangiert nun wiederum diese Monolog-Komposition in etwas, das sie als «Sprachinstallation» beschreibt. So begreift sie den Text eher musikalisch – beinahe wie eine Partitur – in der Figuren eher spontan verkörpert und ebenso schnell wieder verworfen werden können. Das fragmentarische Passagenwerk des Textes dient eher zur kreisförmigen Vorlage, auf der unser ENSEMBLö mit Manon vor- und rückwärts spielt.
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Alle Versionen von «Und dann Romy Schneider» (Episode 1, Episode 2, Director's Cut) können unabhängig voneinander besucht werden.
Das Stück besteht aus 63 Monologen, die in zwei Episoden aufgeteilt sind – jede Episode wird als eigenständige Regieserie inszeniert und beleuchtet eine andere Facette von Romy Schneider. Episode 1 zeigt Romy als Projektionsfläche: die «ideale Frau» und zugleich als Opfer männlicher Blicke und Erwartungen. Episode 2 rückt die Figur der «ewigen Sissi» ins Zentrum – und damit die wechselvolle Nähe und Distanz zu dieser Rolle, die sie prägte und verfolgte.
Beide Episoden sind «same same but different»: Anfang, Mitte und Ende sind identisch, doch die Perspektive verschiebt sich – und damit der Blick auf Romy. Der Director’s Cut führt die unterschiedlichen Blickrichtungen in einer verdichteten Fassung zusammen.
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Dauer
Episode 1 / Episode 2: jeweils 100 Minuten
Director’s cut: lange Version, zwischen 3 und 4 Stunden
Besetzung
Episode 1:
Anouk Barakat, Martin Butzke, Shabnam Chamani, Miriam Japp, Yann Philipona, Maximilian Reichert, Lisa Ursula Tschanz
Episode 2:
Chady Abu-Nijmeh, Anouk Barakat, Martin Butzke, Shabnam Chamani, Miriam Japp, Max Kraus, Maximilian Reichert, Lisa Ursula Tschanz
Director’s cut:
Alle
Information about the event
All current and additional information about the event can be found on the website of the organizer. Sudden changes will only be displayed on the website of the organizer.


