Wir leben in einer Ära der permanenten Maskerade. Zwischen der Optimierung des digitalen Ichs in sozialen Medien und der Sehnsucht nach authentischer Unmittelbarkeit ist die Maske heute weit mehr als ein historisches Relikt oder rituelles Objekt. Sie ist zum zentralen Symbol unserer Gegenwart geworden.Die Ausstellung im gepard14 bringt fünf künstlerische Positionen zusammen, die das Motiv der Maske im Spannungsfeld von Schutz, Überwachung und Selbstdarstellung neu verhandeln: Ralf Assmann und Luciano Andreani untersuchen die Materialität der Maske als physische Barriere. In einer Welt der glatten Oberflächen fragen ihre Arbeiten nach der Haptik des Verborgenen – was bleibt vom Individuum, wenn die äussere Schale zur Grenze wird? Lucyenne Hälg beleuchtet die psychologischen Facetten. Wie viel „Maske“ braucht der Mensch, um in einer normierten Gesellschaft zu bestehen? Ihre Werke reflektieren das Spannungsverhältnis zwischen dem inneren Erleben und der sozialen Rolle. Kathrin Zurschmitten & Ilmārs Šterns erweitern den Blick auf das Kollektive. Das Duo hinterfragt, wie Masken uns als Gemeinschaft definieren oder voneinander isolieren. In ihren Arbeiten wird die Maske zum Werkzeug der (Nicht-)Kommunikation.Die Ausstellung ist ein Plädoyer für das Genaue Hinsehen. Sie fordert uns heraus, die Masken der Gegenwart – seien sie medizinisch, digital oder metaphorisch – zu dekonstruieren und den Raum dahinter neu zu vermessen.
Informationen zur Veranstaltung
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