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LACRIMÆ - Klang der Klage
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Villa Boveri, Baden

LACRIMÆ - Klang der Kla­ge

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Im Programm LACRIMÆ verbinden Martina Joos (Blockflöten) und Martin Zimmermann (Cembalo) klanggewordene Tränen voll Schmerz und Sehnsucht mit der wilden, heiteren und rauschhaften Seite von Musik.

Die musikalische Darstellung von Klage, Trauer und Wehmut – bezeichnet durch Begriffe wie Lacrimae, Lamentatio, triste, mesto oder plaintif – gehört zu den zentralen Ausdrucksformen der europäischen Musik zwischen dem späten 15. und 18. Jahrhundert. Während sich bereits in der Renaissance eine stärkere Ausrichtung auf den musikalischen Affektausdruck entwickelte, wurde dieser im Barock systematisch ausgearbeitet. Das Motiv der LACRIMÆ bündelt dabei ästhetische, rhetorische und kompositionstechnische Entwicklungen und steht exemplarisch für die Verbindung von Musik und Emotion.

Grundlage dieser Entwicklung ist die enge Verbindung von Musik und Rhetorik, wie sie der Humanismus prägte. Komponisten setzten musikalische Mittel gezielt ein, um Trauer und Schmerz nicht nur zu begleiten, sondern hörbar zu gestalten. Der Textausdruck gewann gegenüber kontrapunktischer Strenge an Bedeutung, wodurch Klage auch musikalisch strukturiert erfahrbar wurde. Charakteristisch werden chromatisch fallende Linien als Symbol für Schmerz und Niedergang oder Lamento-Bässe, die Unausweichlichkeit und anhaltendes Leid ausdrücken. Rhetorische Figuren wie Seufzer oder plötzliche Intervallsprünge verstärken den Affekt; hinzu kommen Dissonanzen, verzögerte Auflösungen, langsame Tempi und unregelmäßige Phrasierungen, die Spannung, Melancholie und innere Zerrissenheit vermitteln.

Im 17. Jahrhundert differenzierte sich die musikalische Klage weiter aus. Es entstanden Sonatensätze, die auch ohne Text klare Affekte transportierten. Begriffe wie triste, mesto, plaintif oder lacrimae bezeichneten dabei nicht nur Stimmungen, sondern auch musikalische Konventionen, etwa die fallende Sekunde als Sinnbild der Träne.

Die musikalische Klage entwickelte sich so zu einem komplexen Ausdruckssystem, das Musik, Text und Rhetorik eng miteinander verbindet. Seit der Renaissance kontinuierlich verfeinert, erreichte sie im Barock ihre größte Ausdruckskraft und wurde zu einem Schlüsselphänomen der musikalischen Ästhetik.

Weitere Aufführungen:
Fr 30. Okt. 17.15 Uhr: Einsiedeln, Grosser Saal des Klosters
Sa 31. Okt. 19.00 Uhr: Zürich, Alte Kirche Fluntern
So 1. Nov. 17.00 Uhr: Winterthur, Seen Reformierte Kirche (im Rahmen der Reihe musik&wort, mit Andreas Müller-Crepon, Sprecher)

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Informationen zur Veranstaltung

Obacht!

Alle aktuellen sowie zusätzliche Informationen zur Veranstaltung findest du auf der Webseite des Veranstalters. Plötzliche Änderungen werden ausschliesslich auf der Webseite des Veranstalters angezeigt.

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