Spind’l… Sp’ich’r – Still’
von Alexander Stutz
Wohlstand, Demokratie und Freiheit im Herzen Europas: Das ist die Schweiz! Doch das Bild trügt. Lange war die Schweiz das Armenhaus Europas. Und bis in die 1970er- Jahre gingen Behörden in der ganzen Schweiz im Namen von Recht und Ordnung gegen Personen vor, deren Lebensweise nicht der gesellschaftlichen Norm entsprach. Als «arbeitsscheu» und «liederlich» abgestempelt, wurden vor allem junge Frauen willkürlich in Heime eingewiesen – die Armut wurde bekämpft, indem man die Armen bekämpfte. Unter dem Deckmantel von «Erziehung» und «Therapie» zwang man sie zu harter Arbeit in der Landwirtschaft oder in Fabriken. Diese «Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen» sind nicht nur Einzelschicksale, sondern betrafen Zehntausende und sind Teil eines kollektiven Traumas, das über Generationen nachwirkt.
Der Schweizer Autor Alexander Stutz hat Betroffenen zugehört, Archive durchforstet und daraus ein Stück entwickelt, das den Erinnerungen der Menschen ebenso nachhorcht wie dem Rhythmus der Maschinen in den Fabriken. Gleichzeitig entsteht das Porträt einer Gesellschaft, die allzu gerne Leid übersieht und akzeptiert, wenn es als nützlich, gerechtfertigt oder notwendig angesehen wird. Inszenieren wird die junge Regisseurin Amelie von Godin, die sich bereits mit der Uraufführung von Anaïs Clercs Schimmernde Schluchten in Bern vorgestellt hat.
Eine Produktion vom Schauspiel Bern
Informationen zur Veranstaltung
Alle aktuellen sowie zusätzliche Informationen zur Veranstaltung findest du auf der Webseite des Veranstalters. Plötzliche Änderungen werden ausschliesslich auf der Webseite des Veranstalters angezeigt.
- Zeit Mittwoch 30. September 2026, 19:30 - 21:00 Uhr
- Ort VIDMARHALLEN, Könizstrasse 161, 3097 Köniz
- Vorverkauf buehnenbern.ch
- Links
- Zugänglichkeit
- accessible Rollstuhl (komplett)
- Quelle: bka.ch

